Schlagmann Poroton - MEHRFAMILIENHAUS IN MÜNCHEN

Mehrfamilienhaus in München

Das alte Ramersdorf ist heute ein Stadtteil im Münchener Südosten. Die historischen Reste stehen unter Denkmalschutz, das Dorfkern-
Ensemble ist von Verkehr umtost. An dem ums Jahr 1900 errichteten Mehrfamilienhaus an der Aribonenstraße 22 führt der Mittlere Ring direkt vorbei, man kann den Bau schon von der Autobahn aus sehen. Alteingesessene Ramersdorfer kannten das seit Jahrzehnten verfallende Gebäude auch unter dem Namen Straub-Haus, nach einer früheren Eigentümerin.

Den prächtigen Ziegelbau im Stil der Neurenaissance hatte sich einst die Gärtnerfamilie Seebauer bauen lassen, inmitten ihrer Gemüsefelder. Lange Zeit konnte man dort auf dem Areal frisches Gemüse kaufen. Ottilie, eine Tochter der Familie, verheiratete Straub, erbte das elterliche Anwesen und lebte dort für Jahrzehnte. Bis Mitte der 1970er war noch alles in Familienbesitz. Später kam es zu Erb- und auch zu Denkmalstreitigkeiten, der einstige Prachtbau wurde als Mietshaus genutzt und verfiel zusehends. 2008 kaufte ihn die Münchener Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), eine Tochtergesellschaft der GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München. Die MGS begann im Mai 2015 eine aufwändige Kernsanierung, die Mieter wurden dafür umgesiedelt. Bis Anfang 2018 dauerten die Arbeiten.

Das Entree zur Stadt

Wer hier baut, muss Denkmalschutz ernst nehmen. Seit 2011 gilt in diesem Bereich des Ramersdorfer Ortskerns das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Außerdem gab es im Jahr 2013 einen Realisierungswettbewerb zur Neuordnung des Ramersdorfer Ortskerns, bei dem auch die Bürgerinnen und Bürger mit eingebunden waren. Immer wieder ging es dabei ums Straub-Haus. Ihm kommt im Sanierungsgebiet eine Sonderrolle zu. Das Gebäude auf seinem rund 3.000 Quadratmeter großen Grundstück bildet die südliche Spitze des aufzuwertenden Ortskerns. Seine exponierte Lage macht es nicht nur zum Entree in die Ramersdorfer Ortsmitte, sondern an dieser Stelle auch zum Entree in die Landeshauptstadt München.

Das runderneuerte Straub-Haus hat nun acht anstelle der bisher sechs Wohnungen, denn das Dachgeschoss wurde im Zuge der Sanierung ausgebaut. Dort sind eine 64 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung und eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 82 Quadratmetern entstanden.

Solide und wirtschaftlich

Weil der Denkmalschutz eine Außendämmung in der Aribonenstraße 22 unmöglich machte, prüften die Bauherren und ihr Team verschiedene Lösungen für die Innendämmung und entschieden sich für die zwölf Zentimeter starke Variante der Poroton-Wärmedämmfassade. Andere Materialien wurden als zu weich befunden, um im vermieteten Wohnungsbau die gewünschte Langlebigkeit zu bringen. Favorisiert wurde daher eine Dämmlösung aus solidem Steinmaterial, die auch wirtschaftlich konkurrenzfähig ist – Poroton-WDF.

Hundert Jahre alte Substanz 
in frischem Glanz

Die rund hundert Jahre alte Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während die Wände in den unteren Etagen mit 47 Zentimetern Wandstärke recht ordentlich bewertet wurden, war das Bild im Dachgeschoss deutlich schlechter, dort lag die Wandstärke bei 30 Zentimetern – hier konnte die WDF ihre Stärken entfalten. Die energetisch schwächsten Elemente waren die Fenster.

Während der Kernsanierung wurde anstelle der alten Holzöfen eine neue Heizung installiert (Wärmepumpe mit Grundwassernutzung), hinzu kam eine mechanische Lüftung, und die Elektroausstattung wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Insgesamt etwa 700 Quadratmeter Wandfläche wurden mit WDF gedämmt. Mit einigen technischen Herausforderungen: Die Übergänge zwischen den Etagen erforderten eine Spezial­lösung, weil man die massive WDF nicht einfach auf die Holzbalkendecken auflagern konnte.

Die Balken, die parallel zur Außenwand verlaufen, wurden mit Winkeln so gesichert, dass ein Durchbiegen auszuschließen war. Die WDF wurde über alle Geschosse hochgezogen. Dies setzte ein Öffnen der Bodenkonstruktion voraus. Günstig fanden es die Bauherren, dass sich die Unebenheiten im Bestandsmauerwerk mit der WDF ausgleichen ließen.

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