Schlagmann Poroton - Forsthaus in Siegsdorf

Forsthaus in Siegsdorf

Zwischen 1846 und 1848 wurde das Forsthaus in Siegsdorf errichtet, einem Luftkurort im Voralpenland zwischen Chiemsee und Bad Reichenhall. Auftraggeber des „Königlich Bayerischen Forstamts“ war Ludwig I. Bis heute sieht man dem Haus im Ortskern seine royale Herkunft durchaus an: Es fällt ins Auge durch ein nahezu fugenloses Mauerwerk aus Tuffstein im Zyklopenverband – auch damals war das größte Handwerkskunst.

Die Bauherren hatten seinerzeit auf regionales Material gesetzt: Die Natursteine stammen aus einem Steinbruch ganz in der Nähe, unweit des Klosters Maria Eck gelegen. Dort fanden die Auftraggeber besonders harten Tuffstein. Dieselben Steine setzten sie auch als Fundamentmauerwerk ein. Die glatte Fassade ist ein Kunstwerk an sich: Im Zyklopenverband fügen sich die unregelmäßigen Steine dicht an dicht. Nach der Brechung wurden sie an einer Sichtseite bearbeitet und gekantet, anschließend hat man sie mit Kalkmörtel vermauert.

Natursteine aus der Region

Nicht nur für das Fassadenbild, auch für die Übergänge war großartige Handwerkstechnik notwendig. Alle Fenster- und Türumrahmungen haben eine Naturstein-Umfassung, hier kam profilierter Högler Sandstein aus den Chiemgauer Alpen zum Einsatz. Derselbe Stein findet sich auch als umlaufendes Gurtgesims zwischen Erdgeschoss und oberem Stockwerk. Eine solche Fassade von außen zu dämmen, verbietet sich quasi von selbst.
Das war allen klar, als eine Gebäudekernsanierung anstand, für die sich die Bauherren zudem ökologische Standards wünschten. Deswegen stellten sie im Vorfeld der Sanierung die Weichen anders: Eine Innendämmung mit Poroton-Wärmedämmfassade war das Mittel der Wahl, sie lässt dem royalen Bau nun seinen Charakter.

Angebaut wurde ein neues Treppenhaus, um die vier neuen Wohneinheiten separat erschließen zu können. Die als Lofts vermarkteten, mit 60 bis 99 Quadrat­metern großzügig geschnittenen Zwei-Zimmer-Wohnungen bieten Fußbodenheizung, ein modernes Tageslichtbad mit Badewanne und Dusche, Balkone und eine Speisekammer. Die neuen Sprossenfenster haben Zweifach-Wärmeschutzverglasung. Geheizt wird mit Holzpellets. Das Gebäude hat nach der Sanierung den KfW-85-Standard erreicht.

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