Schlagmann Poroton - GEWERBE- UND WOHNANWESEN IN WALTENBERG

Gewerbe- und Wohnanwesen in Waltenberg

Im 17. Jahrhundert schon notierten die Chronisten erste Informationen über das Anwesen Waltenberg, was bei Tüßling und somit in der Nähe von Altötting liegt: Dort fanden sich seinerzeit ein Gasthaus, ein Sägewerk, eine Landwirtschaft und eine Mühle.

Damals wie heute war in Waltenberg die Familie Egger ansässig. Erst jüngst wurden einige der historischen Gebäude Waltenbergs liebevoll hergerichtet. Inzwischen kann man dort mit modernsten Ansprüchen wohnen und auch arbeiten: Andreas Egger ist mit seinem Ingenieur- und Bausachverständigenbüro und mit seiner Familie seit Anfang 2016 in den neuen alten Mauern zuhause.

Schritt für Schritt stillgelegt

Nach und nach ist es in den vergangenen 70 Jahren stiller geworden in Waltenberg. 1947 schloss das Gasthaus für immer seine Türen. Im selben Jahr investierte die Familie Egger nochmal tüchtig in ihre Mühle und kaufte beim renommierten Heidenheimer Hersteller Voith eine neue Francis-Turbine mit 13 kW Leistung. Die Mühle wurde rundum auf den neuesten technischen Stand gebracht und zugleich erweitert. Doch Familie Egger hatte damit nicht lange Freude – immer mehr Großmühlen wurden in den folgenden Jahren eröffnet, die Kunden blieben weg, kleinere Lohnmüllereien mussten nach und nach schließen. So auch in Waltenberg, wo das Mühlengebäude danach mehr als 50 Jahre leer stand, ohne jede Nutzung. Die Turbine immerhin schnurrte brav weiter: Als Wasserkraftwerk nutzt sie bis heute knapp drei Meter Fallhöhe des aufgestauten Eschbachs und produziert aus etwa 350 Litern Wasser pro Sekunde durchschnittlich 8 kWh Strom. Das benachbarte Sägewerk Egger existierte deutlich länger als die Mühle, hier wurde der Betrieb im Jahr 2005 dichtgemacht.

Was tun mit dem alten Familiensitz?
Neues Leben mit Ziegelhaut


Andreas Egger ist Inhaber eines Ingenieurbüros mit Bauchsachverständigenwesen, das zuvor in Mühldorf ansässig war. Mit fachkundiger Hand nahm er sich des Anwesens an. Weil Sägewerk und Mühle das Mörntal seit jeher prägen, war es für die Eigentümer-Familie klar: Hier gilt es, nicht nur ein familiäres Erbe, sondern auch regionales Kulturgut zu bewahren. Entsprechend behutsam ging man zuwege, nachdem die Entscheidung für den Umbau gefallen war. Zwei zwischen 1886 und 1947 entstandene und seinerzeit mehrfach baulich veränderte Gebäude sollten fit gemacht werden für die Zukunft. Andreas Eggers Ingenieur-Team entschied sich, so viel wie möglich von der alten Substanz zu erhalten. Mehr als zwei Jahre lang wurde die komplette Instandsetzung plus Umbau geplant, die eigentlichen Bauarbeiten dauerten dann etwa 16 Monate.

Eine zweite Schale fürs Mauerwerk als zeitgemäße Dämmung

Um den alten Bauten eine zeitgemäße Dämmung zu geben, entschied man sich partiell für die Wärmedämmfassade WDF , in der Andreas Egger nur zweitrangig eine Dämmung als vielmehr die zweite Schale eines zweischaligen Mauerwerks sieht, eine ideale Ergänzung der historischen massiven Wände, die bis zu 70 Zentimeter dick waren. Die WDF machte aus der alten Mühle ein modernes Wohnhaus mit vier Wohneinheiten.

Eine andere Lösung griff beim alten Sägewerk, dem heutigen Büro: Die Außenwände wurden dort komplett erneuert, wobei man sich optisch möglichst dicht an der alten Gestaltung orientierte. Material der Wahl war hierfür der POROTON®-S10® in einer Wandstärke von 42,5 Zentimetern.

Die treue alte Wasserturbine hat inzwischen eine weitere Aufgabe bekommen: Sie liefert den regenerativ erzeugten Strom, mit dem eine neue Sole-Wasser-Wärmepumpe betrieben wird – die vorbildlich klimafreundliche Heizanlage des sanierten Anwesens. Das komplette Ensemble erfüllt jetzt die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 85.
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